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Pflegeberatung

Illustration: PflegeNetz Sachen - Information Plattform für Angehörige pflegebedürftigen Menschen

Angehörige
(© Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz)

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1. Persönlich und individuell: Pflegeberatung durch die Pflegekassen

Die Pflegekassen sind gesetzlich verpflichtet, sowohl die pflegebedürftige Person als auch Sie als pflegende Angehörige persönlich zu beraten.

Die Pflegekasse muss

  • der pflegebedürftigen Person unverzüglich nach Antragseingang eine Leistungs- und Preisvergleichsliste der zugelassenen Pflegeeinrichtungen in der Umgebung geben,
  • der pflegebedürftigen Person eine kostenlose Pflegeberatung zu den möglichen Pflegeleistungen anbieten,
  • auf veröffentlichte Ergebnisse von Qualitätsprüfungen der stationären Pflegeeinrichtungen und der ambulanten Pflegedienste hinweisen,
  • über anerkannte niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote informieren.


Aufgaben der Pflegekasse:

  • die pflegebedürftige Person und auf ihren Wunsch auch Sie als Angehörige bei der Auswahl und Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung, des Schwerbehindertenrechtes, der Krankenversicherung, der Sozialhilfe sowie der einschlägigen landesrechtlichen Regelungen beraten und Hilfestellung geben,
  • den Hilfebedarf der pflegebedürftigen Person systematisch erfassen und analysieren,
  • für die pflegebedürftige Person einen individuellen Versorgungsplan erstellen,
  • sich mit anderen Trägern abstimmen,
  • mit anderen Koordinierungsstellen (zum Beispiel den gemeinsamen Servicestellen nach dem Schwerbehindertenrecht) zusammenarbeiten und
  • den Antrag der pflegebedürftigen Person auf Leistungen der Pflege- und Krankenversicherung annehmen.

Tipp:
Auf Wunsch können Sie sich auch in der häuslichen Umgebung oder in der Einrichtung, wo die pflegebedürftige Person lebt, beraten lassen. Bitte wenden Sie sich zuerst an die Pflegekasse (also im Regelfall die Krankenkasse der pflegebedürftigen Person).

Neuregelungen:
Seit 1. Januar 2016 hat sich die Beratung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen durch das Zweite Pflegestärkungsgesetz weiter verbessert. Dadurch wird eine zeitnahe, individuelle und kontinuierliche Beratung sowie mehr Transparenz zu Leistungen und Preisen erreicht:


Die Pflegekassen benennen eine feste Beratungsperson für die pflegebedürftige Person. Pflegende Angehörige erhalten einen eigenen Anspruch auf Pflegeberatung. Die Zusammenarbeit aller Beratungsstellen vor Ort wird gestärkt. Wer einen Antrag auf Pflegeleistungen stellt, dem muss die Pflegekasse nun innerhalb von zwei Wochen aktiv eine Pflegeberatung anbieten. Ausgenommen sind nur einmalige oder monatliche Anträge auf Kostenerstattung.


Durch das Hospiz- und Palliativgesetz wird die Versorgung am Lebensende gestärkt. Gesetzlich Versicherte haben nun Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch ihre Krankenkasse bei der Planung einer Palliativ- und Hospizversorgung.

2. Pflicht mit Vorteilen: Beratungseinsätze bei ambulanter Pflege

Wenn Sie allein für die Pflege Ihres Angehörigen sorgen und dafür Pflegegeld bekommen, sind Sie verpflichtet, regelmäßig einen Beratungseinsatz abzurufen. Ein Beratungsbesuch liegt ganz im Interesse der pflegebedürftigen Person.

Ziele:

  • die Qualität Ihrer häuslichen Pflege sichern,
  • Pflegeprobleme lösen,
  • Hilfe geben, um Sie als Pflegeperson zu entlasten,
  • Pflegefehler vermeiden,
  • die pflegebedürftige Person optimal versorgen.

Zeiträume:

  • bei Pflegestufe 0, 1 und 2: einmal im halben Jahr
  • bei Pflegestufe 3: einmal im Vierteljahr

Den Beratungseinsatz müssen Sie von einem zugelassenen ambulanten Pflegedienst abrufen, der Sie besucht. Falls Sie eine Pflegeberatung der Pflegekasse in der häuslichen Umgebung in Anspruch genommen haben, kann auch der Pflegeberater die Beratungseinsätze durchführen und bescheinigen.
Den Beratungseinsatz bei der pflegebedürftigen Person zahlt deren Pflegekasse. Der Pflegedienst sendet danach einen Bericht an die Pflegekasse, von dem die pflegebedürftige Person eine Kopie erhält.

Hinweis:
Die Pflegeberatung ist für die Pflegestufen 1, 2 und 3 Pflicht. Werden die Beratungseinsätze nicht nachgewiesen oder von Ihnen beziehungsweise der pflegebedürften Person abgelehnt, wird das Pflegegeld gekürzt und bei anhaltender Verweigerung sogar ganz gestrichen.

Tipp:
Pflegebedürftige mit erheblichem Betreuungsbedarf und ihre pflegenden Angehörigen haben sogar Anspruch auf die doppelte Anzahl von Beratungsbesuchen, um die starken körperlichen und psychischen Belastungen des Pflegealltags besser zu bewältigen.

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