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Angebote für pflegende Angehörige

Kurse, direkte Ansprechpartner, Initiativen

Eine ältere Dame hat einen Tierpelz um die Schulter gelegt. Ihre Pflegeperson schaut ihr liebevoll über die Schulter. © Sibylle Kölmel

Bücher und Ratgeber lesen, Onlineportale durchsuchen, Flyer sammeln – jeder versucht auf seine Weise, die richtigen Hilfsangebote zu finden. Doch manchmal ist es auch der direkte Kontakt zu Spezialisten, Gleichgesinnten oder unabhängigen Sachverständigen. Nehmen Sie sich als pflegender Angehöriger die Zeit, um in Kursen oder bei Initiativen mit Menschen zu sprechen, die Ihre Sorgen und Probleme auf Anhieb verstehen, Ihre Freude teilen und Tipps für Sie haben.

Pflegekurse

Was?

In Pflegekursen lernen Sie Pflegetechniken kennen, so dass Sie mit den richtigen Methoden pflegen können und Ihren eigenen Körper dabei schonen. Sie können sich austauschen und individuelle Ratschläge und Tipps bekommen.

Wieviel?

Die Kurse werden von den Pflegekassen kostenfrei angeboten.

Wann?

Pflegekurse sind zu empfehlen, wenn Sie sich auf die Pflegesituation vorbereiten, sich in der Pflegesituation etwas geändert hat oder Sie ganz allgemein Ihr Wissen und Ihre Kenntnisse vertiefen wollen. Sollten Sie spezielle Pflegekurse zu Demenz, Schlaganfall, Parkinson oder Multiple Sklerose wünschen, suchen Sie bitte in der Pflegedatenbank nach Angeboten in Ihrer Nähe. Oder fragen Sie Ihre Pflegekasse.

Wo?

Aktuell gibt es in Sachsen rund 75 Pflegekursanbieter. Das Angebot entwickelt sich stetig. Schauen Sie in die Pflegedatenbank, welche Pflegekursanbieter in Ihrer Nähe sind und nehmen Sie Kontakt zu diesen auf.

Auch zu Hause?

Manchmal ist es auch sinnvoll, eine Schulung direkt dort zu bekommen, wo Sie Ihre Angehörigen pflegen. Das geschulte Personal sieht Stolpersteine sofort und kann Sie auch vor Ort beraten. Sprechen Sie darüber mit Ihrem persönlichen Pflegeberater bei der Pflegekasse.

Familienentlastender Dienst

Die Pflegedatenbank enthält viele Angebote, die speziell Familien entlasten können. Das sind Hilfsangebote zur Selbsthilfe in Ihrer Nähe. Ob Putzhilfen oder Alltagsbegleiter: Familienentlastende Dienste helfen direkt und unkompliziert beim Einkaufen, bei Botengängen oder auf dem Weg zum Arzt. 

Angehörigeninitiativen

In der Pflegedatenbank finden Sie eine Vielzahl von Angeboten von Angehörigeninitiativen. Allein daran sehen Sie, dass es viele Menschen gibt, die Ihre Fragen verstehen und Hilfsangebote machen wollen. Initiativen von und für Angehörige sind ein wichtiges Element des Pflegenetzwerkes. Nutzen Sie diese Initiativen, um sich als pflegender Angehöriger gemeinsam mit anderen über Bedürfnisse, Interessen und Forderungen auszutauschen. Besonders hier finden Sie Wertschätzung und Anerkennung von Gleichgesinnten.

Der Austausch kann persönlich oder auch über ein Onlineforum erfolgen. 

Unterstützung für pflegende Kinder und Jugendliche

Nicht nur Erwachsene kümmern sich um kranke oder pflegebedürftige Angehörige – nach einer Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) versorgen und pflegen rund 230.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland regelmäßig Angehörige. Um diese jungen Menschen zu unterstützen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Projekt »Pausentaste – Wer anderen hilft, braucht manchmal selber Hilfe. Das Angebot für Kinder und Jugendliche, die sich um ihre Familie kümmern« ins Leben gerufen. Ab dem 1. Januar 2018 bekommen betroffene Kinder und Jugendliche Hilfe und Rat beim Kinder- und Jugendtelefon der »Nummer gegen Kummer«.

Kostenlose Telefonnummer: 116 111

Die Beratung ist anonym und wird von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr angeboten. An Samstagen findet auch eine »Peer-to-Peer«–Beratung durch speziell ausgebildete Beraterinnen und Berater im Alter von 16 bis 21 Jahren statt.

Auch online können sich Betroffene unter https://www.nummergegenkummer.de/ Rat und Hilfe holen.

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