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Sächsische Pflegepolitik

Staatsministerin Klpesch (Mitte) testet mit drei jung gebliebenen Senioren die neue Pflegedatenbank. © Swen Reichhold

Pflege ist bundesweit für die gesamte Gesellschaft eine Herausforderung. Der Bundesgesetzgeber hat deshalb Neuregelungen im Rahmen der Pflegereform auf den Weg gebracht. Und wir wissen: Diese Änderungen kommen im Alltag an. Die Ausbildung der Pflegekräfte wird modernisiert, neue Dienstleister und Angebote sind gefragt. Das Sächsische Sozialministerium bringt diese Änderungen mit voran und setzt sie um. »Wir stehen in Verantwortung für die Menschen in jeder Lebensphase und Lebenssituation«, so Staatsministerin Klepsch.

Staatsministerin Barbara Klepsch ist mit ihrem Haus zuständig für Kinder, Jugendliche, Familien, für Senioren, Menschen mit Behinderungen und Sozialhilfeempfänger, und eben für pflegende Angehörige und für alle Menschen, die ihr Leben lang oder zeitweise gepflegt werden.

Ambulant vor stationär

Pflegedienste, Ärzte, Helfer, Kranken- und Pflegekassenverantwortliche in Sachsen engagieren sich in diesem Sinne. Zusammen wollen wir für alle mehr erreichen: »Unser Ziel ist es, allen den Wunsch zu erfüllen, solange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben zu können«, so Staatsministerin Klepsch. Alle Verantwortlichen arbeiten nach dem Grundsatz: »Ambulant vor stationär“. Deshalb wird auch kontinuierlich daran gearbeitet, das Netzwerk für alle pflegenden Angehörigen enger zu knüpfen: Angebote vor Ort, Ansprechpartner, die sowohl persönlich als auch per E-Mail, Telefon oder Kurznachricht zu erreichen sind. Sachsen ist im bundesweiten Vergleich vorbildlich aktiv mit Alltagsbegleitern für unterstützungsbedürftige Senioren und Nachbarschaftshelfern für pflegebedürftige Menschen. Sachsens »Vernetzte Pflege« ist beispielhaft.

Pflegesituation in Sachsen

Wir werden immer älter. Die Menschen in Sachsen sind im Bundesdurchschnitt die Ältesten. Also nimmt auch die Zahl der zu pflegenden Personen im hohen Lebensalter stetig zu.

2015 wurden in Sachsen etwa 167.000 Pflegebedürftige gezählt. Rund 85 Prozent von ihnen sind älter als 65 Jahre. Wahrscheinlich wird es bei der nächsten Zählung 2017 mehr Betroffene geben. Das ist eine Herausforderung für uns alle.

In Sachsen weiß man das und engagiert sich. Pflege- und Unterstützungsleistungen werden dringend gebraucht. Professionelle Kräfte können das nicht alleine schaffen. Daher ist die unterstützende Arbeit der ehrenamtlichen Helfer für die häusliche Pflege nicht hoch genug einzuschätzen. Es ist auch ebenso wichtig, dass die Firmenchefs für pflegende Angehörige Rahmenbedingungen schaffen, die eine häusliche Pflege erst ermöglichen, ohne dass die pflegenden Angehörigen selbst in größte Schwierigkeiten kommen.

Hier auf den Internetseiten speziell zum Thema Pflege erhalten Sie sowohl die Informationen, die für das Bundesland Sachsen gelten als auch bundesweit relevante Hinweise und geltende Gesetzesinhalte. Sie finden Schritt-für-Schritt-Anleitungen, wenn alles neu für Sie ist. Sie finden Adressen für Ansprechpartner und Kontakte zu Firmen und Einzelpersonen in Ihrer Nähe, die im Bereich der Pflege für Sie da sind.

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Staatsministerin Klepsch im Gespräch mit einem Angehörigen. Beide sitzen auf grünen Sesseln, die nebeneinander vor einem Fenster stehen.
(© Swen Reichhold)

Staatsministerin Klepsch beim Besuch im »Haus Sonne«, Tagespflege für Demenzkranke. Hier im Gespräch mit einem Angehörigen.

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Staatsministerin Klepsch im Gespräch mit der Vereinsvorsitzenden. Sie stehen in einem Therapieraum.
(© Swen Reichhold)

Staatsministerin Klepsch beim Besuch im »Haus Sonne«, Tagespflege für Demenzkranke. Hier im Gespräch mit der Vereinsvorsitzenden.

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Eine Pflegekraft und die Vereinsvorsitzende sitzen an einem Tisch. Auf dem Tisch steht Kaffee und Gebäck.
(© Swen Reichhold)

Eine Pflegekraft und die Vereinsvorsitzende im Gespräch.

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Staatsministerin Klepsch beim Besuch im »Haus Sonne«, Tagespflege für Demenzkranke Gespräch mit der Leiterin des Tagespflege. Beide sitzen an einem Tisch. Im Vordergrund stehen kleine Flaschen mit Erfrischungsgetränken.
(© Swen Reichhold)

Staatsministerin Klepsch beim Besuch im »Haus Sonne«, Tagespflege für Demenzkranke. Hier im Gespräch mit der Leiterin des Tagespflege.

Vernetzte Pflegeberatung

Sachsen geht den Weg der vernetzten Pflegeberatung. Dafür arbeiten Pflegekoordinatoren in den Landkreisen und Kreisfreien Städten, die der Freistaat Sachsen fördert.

Die Pflegekoordinatoren haben insbesondere die Aufgabe, die Pflegeberatung zu vernetzen. Alle Beteiligten an die entsprechenden Tische zu bringen, um Pflege genau dort zu leisten, wo sie gebraucht wird. Zu den Partnern gehören regionale Pflegedienstleister, Pflegekassen, der Medizinische Dienst der Krankenkassen sowie Ansprechpartner aus dem Ehrenamt.

In Sachsen engagieren sich Nachbarschaftshelfer für pflegebedürftige Menschen und Alltagsbegleiter für unterstützungsbedürftige Senioren. Bundesweit war Sachsen eines der ersten Bundesländer, in dem die Pflegebedürftigen die Kosten für die Nachbarschaftshelfer als Entlastungsbetrag erstattet bekommen haben. Das Landesprogramm Alltagsbegleitung, die Angebote zur Unterstützung im Alltag, insbesondere die Nachbarschaftshilfe werden von der Koordinierungsstelle aus für ganz Sachsen beworben.

Landesweite Pflegedatenbank

Die neue Pflegedatenbank ist ein Beitrag für den sächsischen Weg in der Pflege. Die internetbasierte Pflegedatenbank informiert über die regionalen und überregionalen Ansprechpartner von Hilfs- und Informationsangeboten im Bereich Pflege. Die bereitgestellten Informationen stärken die subsidiären Hilfsangebote und sind ein Schlüssel für das verfolgte Ziel »ambulant vor stationär«. Diese Informationen tragen dazu bei, ein langes Leben in den eigenen vier Wänden umsetzen zu können.

Teil des Lebens sind auch Sterben und Trauer

Die vernetzte Pflege ist um den Bereich der Hospiz- und Palliativversorgung erweitert worden. Sachsenweit gibt es neben den 30 Palliativstationen an Krankenhäusern auch neun stationäre Hospize und 54 ambulante Hospizdienste mit fast 2.000 ehrenamtlichen Hospizhelfenden sowie 16 Leistungsanbieter für die »Spezialisierte ambulante Palliativversorgung«. Der Freistaat Sachsen ist seit Jahren bundesweit führend bei der Landesförderung für ambulante Hospizdienste.

Vielerorts existieren bereits Informations- und Beratungsangebote zu hospizlich-palliativer Versorgung, zum Beispiel durch Hospizvereine, kommunale Beratungsstellen, Palliativärzte oder Pflegeeinrichtungen. Nicht immer ist dies aber bekannt. Um Menschen in ihrer letzten Lebensphase besser zu unterstützen und den Zugang zu Hilfsangeboten zu verbessern, haben Versicherte auch einen Anspruch auf individuelle Beratung und Hilfestellung durch die Krankenkassen bei der Auswahl und Inanspruchnahme von Leistungen der Palliativ- und Hospizversorgung. Dies schließt konkret die schriftliche Information über die lokal vorhandenen Angebote und die Hilfestellung bei der Kontaktaufnahme mit ein.

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