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Vollstationäre Pflege

Manche Situationen erfordern ein Mehr an Pflege

Eine Mitarbeiterin im Pflegeheim scherzt mit einer älteren Bewohnerin im Rollstuhl. Sie lacht. © Sibylle Kölmel

Nicht jeder Pflegebedürftige kann sich von Angehörigen pflegen lassen. Lesen Sie, unter welchen Umständen eine vollstationäre Pflege sinnvoll ist und wie Sie diese organisieren. Dieser Ratgeber unterstützt Sie als pflegebedürftige Person und Sie als pflegende Angehörige in der verantwortungsvollen Aufgabe, eine geeignete Einrichtung zu finden.

Lassen Sie sich beraten

Sind häusliche Pflege oder teilstationäre Pflege aufgrund der individuellen Lebensumstände der zu pflegenden Person nicht möglich, empfiehlt sich die vollstationäre Pflege. Festgelegt wird dies von den Pflegekassen in Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Ab Pflegegrad 2 zahlt die Pflegekasse je nach Einstufung 770 bis 2.005 Euro für die Kosten der Pflege. Bei Pflegegrad 1 steht nur der Entlastungsbetrag von 125 Euro zur Verfügung. Darüber hinaus gehende Kosten müssen Sie selbst als Pflegebedürftiger tragen.

Wenn Sie beginnen, sich mit dem Thema Pflegeheim zu beschäftigen, hilft jeder persönliche Kontakt weiter. Lassen Sie sich durch die Pflegekasse beraten, darauf besteht ein Anspruch - kostenlos!

Der persönliche Eindruck ist wichtig. Schauen Sie sich verschiedene Pflegeheime selbst an und sprechen mit den Verantwortlichen.

Heimberichterstattung der Landes-Heimaufsicht

Sachsens Heimaufsichtsbehörden erstatten dem Landtag alle zwei Jahre einen zusammenfassenden Bericht über die Prüfergebnisse in den stationären Pflegeeinrichtungen. Dies bietet eine gute Möglichkeit, neben Informationen über den Lebensort »stationäre Einrichtung für ältere pflegebedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung« die Öffentlichkeit über Arbeitsinhalt und Wirkung heimrechtlichen Handelns zu informieren und aktuelle Entwicklungen aufzuzeigen.

Ihre Leistungsansprüche an die Pflegeversicherung nach Pflegegraden

Pflegebedürftigkeit in Graden

max. Leistungen (pro Monat)

Pflegegrad 1

Zuschuss in Höhe von 125 Euro monatlich

Pflegegrad 2

770 Euro

Pflegegrad 3

1.262 Euro

Pflegegrad 4

1.775 Euro

Pflegegrad 5

2.005 Euro

Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit zum Thema Pflegeversicherung

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 8.00 bis 18.00 Uhr
Freitag 8.00 bis 12.00 Uhr

Telefon: 030 3406066-02

Eigenanteil im Pflegeheim

Bei der Pflegeversicherung handelt es sich um eine Art Teilkaskoversicherung. Die Pflegekasse leistet für pflegebedingte Aufwendungen je nach Pflegegrad gestaffelte monatliche Pauschalbeträge direkt an die vollstationäre Pflegeeinrichtung. Meist verbleibt allerdings ein Eigenanteil, den die pflegebedürftige Person selbst zu tragen hat. Für Unterkunft und Verpflegung – die sogenannten Hotelkosten – muss die pflegebedürftige Person ebenfalls selbst aufkommen.

Je Pflegeeinrichtung gilt ein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil für die Pflegegrade 2 bis 5 gleichermaßen. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass für Personen mit Pflegegrad 1 keine vollstationäre Pflege notwendig ist. Sofern das eigene Einkommen und Vermögen nicht ausreicht, um die Kosten der Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung zu finanzieren, besteht die Möglichkeit, Sozialhilfe zu beantragen. Unter Umständen werden aber auch Unterhaltspflichtige (zum Beispiel Eltern, Ehepartner, Kinder und indirekt deren Ehepartner) herangezogen.

Grundsätzlich haben die Pflegeheime nach dem Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz (WBVG) ein Recht auf Vergütung ihrer Leistungen durch ein angemessenes Heimentgelt. Rechtsgrundlage sind immer privatrechtliche Verträge zwischen Bewohnern und Heimträgern. Der Abschluss beziehungsweise die Änderung dieser Heimverträge ist mit In-Kraft-Treten des WBVG der staatlichen Kontrolle entzogen worden. Hinweisen möchten wir aber insbesondere darauf, dass nach § 9 Abs. 2 Satz 4 WBVG eine Erhöhung des Heimentgelts einerseits vom Träger hinreichend begründet werden muss und andererseits frühestens vier Wochen nach Zugang des Erhöhungsschreibens verlangt werden darf.

Grundsätzlich wird der Pflegesatz einer Einrichtung zwischen Vertretern der Kostenträger (vor allem Pflegekassen und Sozialhilfeträger) und dem jeweiligen Heimträger individuell ausgehandelt. Das Land Sachsen ist daran nicht beteiligt. Die Kosten der Ausbildungsvergütung sind als Teil der allgemeinen Pflegeleistungen im Pflegesatz berücksichtigungsfähig.

Näheres zum angemessenen Heimentgelt können Sie in der Broschüre »Vertrag im Blick« nachlesen.

Bei Rechtsfragen können Sie sich an die Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebedürftige Menschen e. V. (BIVA) wenden:

Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebedürftige Menschen e. V. (BIVA)

Telefon: 0228 909048-0

E-Mail: info@biva.de

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